Therapieverfahren



Die Wirkungsweise der Naturheilverfahren

Geht man von einem sich selbst regulierenden und organisierenden Organismus aus, muss man Fähigkeiten der Selbstregulation unterstützen und stärken, damit er so mit der Erkrankung fertig wird. Die Selbstregulation soll Körperfunktionen auf die Norm regulieren, Störungen kompensieren, sich an Fehlleistungen anpassen, Funktionsabläufe koordinieren und Regeneration betreiben.

Behandle die Wurzeln und nicht die Blätter

Diese altchinesische Empfehlung rät, die Ursachen und nicht die Symptome zu behandeln. Häufig treten nur die Folgen einer Störung in Erscheinung, wie z.B. beim Heuschnupfen. Hier sind die Pollen nicht die Ursache, sondern nur die Auslöser. Die Ursache liegt in der Überreaktion des Immunsystems. Für eine nachhaltige Behandlung gilt, das Regulationsverhalten des Immunsystems wieder zu normalisieren. Auch wenn wir die Chronifizierung einer Erkrankung nicht immer nachvollziehen können, können wir mit der Behandlung über die Selbstregulation Fehlfunktionen beeinflussen und normalisieren.

Prinzipien der Selbstregulation

Mit den Methoden der Naturheilverfahren und komplementären Medizin bieten sich mehrere Möglichkeiten, auf die Selbstregulation einzuwirken.
Die Prinzipien der regulationsmedizinischen Therapie sind:
Funktionssteigerung der Organfunktion und der Selbstregulation, die z. B. mit Phytotherapie oder Training erreicht werden kann
Stimulation der Selbstregulation, wozu sich z. B. unspezifisch Eigenbluttherapie und spezifisch Akupunktur eignen
Substitution bei Mangel oder bei Funktionsschwäche, z. B. mit Ernährungstherapie oder Orthomolekularer Therapie
Direktion, die Beeinflussung der Steuerung der Selbstregulation, was z. B. mit Homöopathie oder auch Hypnose geschehen kann
Detoxifikation (Entgiftung) und Ausleitung (Reinigung), um Behinderungen der Selbstregulation zu beseitigen und zu entlasten, z. B. mit Nosoden oder Fastentherapie
Störfelder, die Heilungs- oder Therapiehindernis sind, in dem sie die Selbstregulation behindern und blockieren, können mit Neuraltherapie erkannt und behandelt werden.

Die regulativen Methoden können nicht nur wirksam, sondern sogar hocheffektiv sein, wenn sie individuell und der Erkrankung entsprechend eingesetzt werden. Dazu bedarf es einer fundierten Ausbildung und Fachwissen, so dass Versuche der Selbstbehandlung häufig nicht zum Ziel führen. Das Ziel ärztlicher Behandlung mit Komplementärmedizin ist die Förderung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Organismus. Das Potenzial des Organismus, Fehlfunktionen auszugleichen und zu regenerieren ist sehr groß – man muss es nur gezielt nutzen.


Homöopathie

Die Homöopathie ist eine spezifische Reiztherapie, deren Ziel die Stimulation der selbstregulatorischen Aktivität des Organismus ist. Es handelt sich um eine gezielte und individuelle Arzneitherapie. Die drei Grundprinzipien der Homöopathie sind:
Ähnlichkeitsregel:
„Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur, Hahnemann)
Arzneimittelprüfung am Gesunden:
Ein Arzneimittel gilt dann als ausgeprüft, wenn bei den Prüfern immer wieder dieselben Symptome auftreten, die auch schon von anderen Prüfern berichtet wurden. Die Gesamtheit aller durch eine Substanz hervorgerufenen Symptome ergibt das so genannte Arzneimittelbild dieser Substanz.
Alle geprüften Substanzen und ihre Arzneimittelbilder werden in der Arzneimittellehre (materia medica) zusammengefasst.
Potenzierung:
Die Kombination aus Verdünnung und Verschüttelung oder Verreibung fördert die dynamischen Kräfte der Substanz zutage. Bei der Potenzierung wird also das Materielle verringert und die Information der Substanz vermehrt.
Wirkungsweise:
Die Wirkung erfolgt durch Informationsübertragung über physikalische Wellen und Biophotonen. Die Biophotonen als Energieträger „tanzen" sozusagen auf den Longitudinalwellen und werden so messbar und nachweisbar - es lassen sich für jedes homöopathische Mittel verschiedene Energiepotenziale messen.*

*Quellenangabe:
A new biochemical model of homeopathic efficacy in patients with cronic diseases, Karin Lenger, Ph.D. / Subtle Energies&Energy Medicine,Vol.19-3-9 Homeopathic potencies identified by a new magnet resonance method: Homeopathy-An Energetic Medicine, Karin Lenger, Ph.D./ Subtle Energies&Energy Medicine,Vol.15-3-225 Delayed luminescence of high homeopathic potencies on sugar globuli, K.Lenger; RP.Bajpai;M.Drexel /Homeopathy2008-97,134-140 ; www.sciencedirect.com



Neuraltherapie nach Huneke

Die Neuraltherapie wurde von den Brüdern Ferdinand und Walter Huneke 1928 entdeckt und von ihnen sowie zahlreichen weiteren Ärzten bis heute kontinuierlich zu einem umfassenden Therapiesystem ausgebaut, das bei vielen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt wird.
Sie ist eine Therapieform, die über die Eigenregulation des Organismus wirkt. Wie bei nahezu allen naturheilkundlichen Verfahren wird dem Organismus ein Reiz angeboten, dem eine Reaktion folgt. Der Reiz besteht in der gezielten Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels an bestimmte Stellen des Körpers, die Reaktion darauf im Sinne der Eigenregulation führt zu einer deutlichen und anhaltenden Besserung der Beschwerden. Eine neuraltherapeutische Behandlung kann dann als erfolgreich angesehen werden, wenn die Besserung wesentlich länger anhält als die Betäubung. Die Neuraltherapie gliedert sich in die lokale Therapie, die Segmenttherapie und die Störfeldtherapie.
Bei der lokalen Therapie wird direkt in oder an die schmerzhaften Strukturen gespritzt, z.B. an Gelenke, Sehnenansätze, verspannte Muskulatur, Nerven usw. Bei der Segmenttherapie macht man sich zunutze, dass Nervenverschaltungen existieren, die innere Organe und die Haut miteinander verbinden, so dass letztendlich jedes innere Organ an einer bestimmten Körperoberfläche abgebildet wird. Bei der Erkrankung eines Organs kann daher über diese entsprechende Hautstelle behandelt werden, indem das Betäubungsmittel in die Haut gespritzt wird („Quaddeln“)
Die Störfeldtherapie geht davon aus, dass an einer bestimmten Stelle des Körpers ein chronischer Reizzustand besteht, der selbst kaum Beschwerden macht, an völlig anderer Stelle jedoch Erkrankungen auslöst und unterhält. Ein Störfeld können z.B. eine Narbe, eine chronische Entzündung im Zahnbereich, verlagerte Zähne, Mandeln, Nasennebenhöhlen usw. sein. Dieses Störfeld kann den Organismus in seiner Eigenregulation derart belasten, dass jede andere Erkrankung daraus resultiert, die zunächst in keinem räumlichen Zusammenhang mit dem eigentlichen Störfeld steht (Rheuma, Migräne, Schmerzsyndrome usw.). Letztendlich kann fast jede chronische Erkrankung durch ein Störfeld ausgelöst worden sein. An das Vorliegen eines Störfeldes muss gedacht werden, wenn die lokale, die Segment- und andere naturheilkundlichen Therapien zu keiner befriedigenden Beschwerdebesserung geführt haben. Der Beweis für das Vorliegen eines Störfeldes ist erbracht, wenn nach der Behandlung innnerhalb von Sekunden die Beschwerden verschwinden und für mindestens 20 Stunden wegbleiben. Jede weitere Therapie muss zur Verlängerung der beschwerdefreien Zeit führen.
Wie für jede andere Therapieform gilt auch hier: Geheilt werden kann nur, was gestört ist, nicht was zerstört ist.


Akupunktur

Die Akupunktur ist eine Reflextherapie, die über folgende Mechanismen wirkt:
  • nerval-reflektorisch
  • humoral-endokrin
  • vasoaktiv
  • muskelrelaxierend
  • immunologisch aktivierend

Weder in China, wo die Akupunktur integriert ist, noch in der westlichen Medizin ist die Akupunktur als Monotherapie aufzufassen, sondern kann und sollte mit anderen Methoden, wie z. B. Diät und Naturheilverfahren verknüpft werden.

Die klassische Akupunktur ist eingebettet in einen historisch-philosophischen Hintergrund, der die Grundlage für die traditionelle chinesische Medizin (TCM) bildet. Die TCM baut im Wesentlichen auf drei Arbeitshypothesen auf, die materielle und immaterielle Aspekte des Menschen berücksichtigen:

Yin und Yang
Yin verkörpert die Prinzipien Weiblichkeit, Innen, Passivität, Erde, Kälte, Mond, Körper, Unterfunktion, Substanz Yang verkörpert die Prinzipien Männlichkeit, Außen, Aktivität, Himmel, Wärme, Sonne, Geist, Überfunktion, Funktion

5 Substanzen
Qi – Lebensenergie, Funktion, Triebfeder, Lebenskraft Xue – Blut: nährt das Qi und Qi bewegt das Blut, Befeuchtung und Ernährung von Haut, Muskeln, Sehnen, Knochen und inneren Organen Jing – Essenz verkörpert eine materielle Substanz, die allem organischen Leben zugrunde liegt Jinye – Körperflüssigkeit ist Sammelbegriff für Speichel, Verdauungssäfte, Gelenksflüssigkeit, Tränen, Nasensekret, Schweiß, Harn, Gewebsflüssigkeit, Blutserum Shen – Geist ist die immaterielle Basis des Geistes, der nur dem Menschen eigen ist und entspricht dem Bewusstsein

5 Elemente (Holz – Feuer – Erde – Metall – Wasser)
sind ein abstrakt zu verstehendes Entsprechungssystem, das zur Vereinheitlichung des antiken, naturphilosophisch orientierten Weltbildes diente. In diesem komplexen Entsprechungssystem werden den 5 Elementen jeweils bestimmte Entsprechungen des Mikrokosmos Mensch (z.B. Organe, Emotionen, Geschmack, Geruch) und des Makrokosmos Erde (z.B. Jahreszeiten, Tageszeiten, Himmelsrichtungen) zugeordnet

Die Chinesische Diagnostik führt zu einer differenzierten chinesischen Therapie, die Punkteauswahl, Stich- und Reiztechnik, Variation der Punkte bei verschiedenen Sitzungen beeinflusst. Sie stützt sich auf konstitutionelle Faktoren, Anamnese sowie Puls- und Zungendiagnostik.


Integrierte Lösungsorientierte Psychotherapie (ILP)

ILP ist eine lösungsorientierte Kurztherapie, die die drei Persönlichkeitsanteile Denken, Fühlen und Handeln einzeln bearbeitet und erfolgreich zusammenführt. Sie kombiniert verschiedene therapeutische Verfahren, die auf unterschiedlichen Ebenen wirksam sind. Es wird mit den Kompetenzen des Klienten gearbeitet und der Blick auf zukünftiges Gelingen gerichtet.

Dabei geht es immer um Lösungen. Gemeinsam mit dem Klienten wird an der Zielfindung gearbeitet. Es geht darum, Ziele zu formulieren und umzusetzen, die zu ihm passen. Der Klient lernt, dass bereits Gelungenes aus seinem Leben Ressourcen sind, die er immer wieder zur Lösungsfindung einsetzen kann. Weiter geht es um das Identifizieren einschränkender, behindernder Denkmuster, die oft schon aus der Kindheit stammen – und um deren Destabilisierung zu Gunsten erlaubender, angemessener Denk- und Verhaltensweisen, die dem Klienten neue Lösungswege ermöglichen.

Systemische Beratung

Zur Veranschaulichung systemischen Denkens wird gern das Bild eines Mobiles gewählt: Wenn man an einer Stelle eine Veränderung vornimmt, verändert sich gleichzeitig auch etwas an den anderen Stellen des Mobiles. In der systemischen Beratung lernt der Klient Methoden kennen, die ihn befähigen, neue innere Haltungen zu entwickeln, so dass Verbesserungen der Beziehungen zu sich selbst und anderen möglich werden.